Navigation

Auf den Ernstfall vorbereitet -
Mannschaftstransportwagen für die Medizinische Task Force des BBK

seitliche Vorderansicht des Zivilschutzfahrzeugs der WAS

Was kommt nach dem Knall? Wenn Unsichtbares zur Bedrohung wird und chemische Stoffe oder radioaktive Partikel eine Einsatzstelle in eine Zone verwandeln, in der jeder Schritt geschützt, jede Hilfe gezielt erfolgen muss, kommt der Dekontaminationszug für Verletzte (Dekon V Zug) der Medizinischen Task Force des Bundes zum Einsatz – und mit ihm seit 2025 auch zwei Fahrzeuge Marke WAS. Jede der insgesamt 61 in ganz Deutschland stationierten Medizinischen Task Forces* erhält zwei Mannschaftstransportwagen für den Dekon V Zug: Je einen Mannschaftstransportwagen Führung Dekontamination für Verletzte (MTW Fü Dekon V) und einen Mannschaftstransportwagen Dekontamination für Verletzte (MTW Dekon V). Doch was genau ist der Dekon V Zug und wann kommen diese besonderen Fahrzeuge zum Einsatz?

Der Dekontaminationszug für Verletzte der Medizinischen Task Force

Der Dekon V Zug ist in erster Linie zum Schutz der Bevölkerung bei Ereignissen im Verteidigungs- oder Spannungsfall ausgelegt. Weitere Einsatzlagen können jedoch auch Unfälle mit Gefahrgut oder Brände in Industrieanlagen sein. Bei Vorfällen mit CBRN-Hintergrund, also chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren, wird ein Dekontaminationsplatz als Schnittstelle zwischen Gefahrenbereich und medizinischer Weiterversorgung aufgebaut, um kontaminierte Verletzte zu versorgen. Mit 36 Einsatzkräften kann der Dekon V Zug im Standardaufbau bis zu 60 gehfähige und 20 liegende kontaminierte Personen pro Stunde dekontaminieren – also eine oder mehrere gefährliche Substanzen von Haut, Haar und Kleidung entfernen. Zu den Aufgaben des Zugs gehören außerdem die Durchführung lebensrettender Sofortmaßnahmen, Erstversorgung, Hilfestellung in einer Selbsthilfestation sowie die Nassdekontamination gehender und liegender Patienten. Insgesamt besteht der Dekontaminationszug für Verletze aus fünf Fahrzeugen. Neben drei Gerätewagen Dekontamination mit unterschiedlichen Schwerpunkten sind die beiden Fahrzeuge MTW Dekon V und MTW Fü Dekon V wichtige Module für den Aufbau und Betrieb des Dekontaminationsplatzes. Sie sind auf den Transport von Ausstattung und Einsatzkräften bzw. Errichtung und Betrieb der Führungsstelle zugeschnitten. Die Ausstattung umfasst unter anderem Bergematerial und Kommunikationsausstattung wie stationäre und mobile Sprechfunkgeräte. Die Fahrzeuge unterscheiden sich lediglich durch die zusätzliche Führungsausstattung des MTW Fü Dekon V (unter anderem erweiterte Funktechnik, Stromerzeuger).

seitliche Ansicht des Zivilschutzfahrzeugs der WAS
Einsatzübung des BBK für einen CBRN-Einsatz
Zivilschutzfahrzeug der WAS im Wasser
vordere Seitenansicht eines Zivilschutzfahrzeugs der WAS
Innenansicht eines Zivilschutzfahrzeugs der WAS
geöffneter Auszug eines Zivilschutzfahrzeugs der WAS
Zwei Zivilschutzfahrzeuge der WAS
Seitenansicht mit geöffneter Seitentür eines Zivilschutzfahrzeugs der WAS
Innenansicht eines Zivilschutzfahrzeugs der WAS
Rückansicht mit geöffneten Hecktüren eines Zivilschutzfahrzeugs der WAS
Aufstellung des BBK, Kunde der WAS

*Die Medizinische Task Force des BBK

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ist die zentrale Behörde Deutschlands für den Schutz der Bevölkerung in Krisen und Krieg und für die bundesland­übergreifende Katastrophenhilfe. In diesem Rahmen wurde die Medizinische Task Force (MTF) als standardisierte sanitätsdienstliche Einsatzstruktur entwickelt – und wird bundesweit 61-mal identisch aufgestellt.
Jede MTF besteht aus 5 Teileinheiten, 27 Fahrzeugen und 138 Helfern. Ihre Aufgaben:

  • Präklinische Versorgung von Verletzen und Erkrankten auf einem Behandlungsplatz

oder in dezentralen Behandlungsstellen

  • Dekontamination von Verletzten
  • Weiträumiger Patiententransport

Detailgenauigkeit aus gemeinsamer Überzeugung

Bei der Konzeption der Fahrzeuge wurde besonders auf eine hohe Robustheit und Geländefähigkeit sowie auf eine hohe Ergonomie im Mannschaftsraum geachtet. Dem WAS-Team war es wichtig, das BBK auch in Detailfragen voll zu unterstützen. So zum Beispiel bei der Frage, wie sich ein voll beladenes Einsatzfahrzeug auf verschneitem Untergrund verhält. Das wurde im Winter 2023 nicht am Reißbrett entschieden, sondern im Gelände erprobt: auf dem Standortübungsplatz der Bundeswehr im bayerischen Bodelsberg testeten Spezialisten des BBK unterschiedliche Reifentypen unter realen Bedingungen – Steigungen, Spurrillen, vereiste Passagen. Da das Fahrzeugkonzept damals noch nicht in Serienfertigung gegangen war, stellte die WAS kurzfristig ein baugleiches Fahrzeug bereit und sorgte für eine realitätsnahe Beladung. Was dabei spürbar wurde: die gemeinsame Überzeugung, dass bei Einsatzfahrzeugen nichts dem Zufall überlassen werden darf. In einer sich verändernden Sicherheitslage, in der neben Industrieunfällen auch der gezielte Einsatz chemischer Kampfstoffe denkbar geworden ist, sind robuste Strukturen und verlässliche Einsatzmittel gefragt. Trotz aller sorgfältigen Vorbereitung hoffen unser Ansprechpartner Peter Meis vom BBK und sein Team natürlich, dass der Verteidigungsfall nie eintritt. Doch dieser Wunsch ersetzt nicht die Notwendigkeit, vorbereitet zu sein. Und genau deshalb wird der Aufbau der Medizinischen Task Force mit Nachdruck vorangetrieben – als vorsorgliche Antwort auf einen Ernstfall, den niemand erleben möchte, aber für den man bereit sein muss.

Individuelle Rettungswagen: gebaut für Ihre Einsatzrealität

Jeder Einsatzort bringt eigene Herausforderungen mit sich. Deshalb entwickeln wir bei WAS keine Fahrzeuge von der Stange, sondern maßgeschneiderte Rettungswagen, die genau auf Ihre Anforderungen, Ihre Umgebung und Ihre Abläufe abgestimmt sind. Ob Stadt, Land oder Insel – wir liefern passgenaue Lösungen, die im Ernstfall den Unterschied machen.

 

mehr erfahren

Ihre Ansprechpartnerin

Simone Bergmann
Leitung Marketing

Simone Bergmann, Head of Marketing, WAS